Zwerggarnelen als Hobby

Foto: Red Sakura, Neocaridina davidi, Einsteigergarnele, by exocrusta
Farbenfrohe Garnelen aus der N. davidi Familie, wie diese Red Sakura, sind tolle Einsteigergarnelen für jedermann.

Hunde kennt jeder. Aber wenn man erwähnt, dass man Garnelen pflegt, dann muss man schon recht häufig erklären, dass man die in einem Aquarium halten und vor allem, warum man die nicht essen kann. Auch wenn das Garnelenhobby in den letzten Jahren stark an Anhängern gewonnen hat, ist es doch im Grunde noch recht exklusiv.

Doch gerade das macht den Reiz aus. Diese Tiere sind so unglaublich vielseitig. Die Kinder können sich über bunte Farben freuen, die Garnelen sind immer in Bewegung aber doch nur selten hektisch, sodass ein Blick in das Becken immer beim Entspannen hilft. Zudem kann man den recht kurzweiligen Fortpflanzungsprozess hervorragend beobachten und kommt so der artenreichen und doch wenig beachteten Welt der Wirbellosen näher.

Zwerggarnelen sind auch sehr gut als Einstiegshaustiere für jüngere Mitmenschen geeignet, um ihnen den verantwortungsvollen Umgang mit Tieren beizubringen. Die Vorteile liegen auf der Hand: Recht geringe Anschaffungskosten. Es gibt im Fachmarkt Komplettsets für unter 100€. Anspruchslosigkeit. Wer nicht gerade Wert auf Hochzuchten legt, kann auch in der davidi-Familie sehr schöne Garnelen finden, die praktisch auf Leitungswasser gehalten werden können. Dazu kommen sehr geringe Unterhaltskosten, da Garnelen wirklich nicht viel Futter brauchen. Nicht zuletzt ist aber auch das Ferienproblem bei Garnelen nicht gegeben. Eine Woche Urlaub überstehen die Tiere völlig problemlos, wenn sie etwas Laub zu fressen und als Beschäftigung bekommen. Dass das Gassi gehen entfällt, muss nicht erwähnt werden.

Foto: K14 RedBee Bienengarnele, Caridina logemanni, Hochzuchtgarnele, by exocrusta
Hochzuchtgarnelen wie diese K14 RedBee sind oft sehr teuer und verlangen einige Erfahrung im Umgang mit Wasserparametern.

Aber auch den Tierfreund, der mehr will als nur einen Blickfang im Wohnzimmer, bietet das Garnelenhobby sehr viel. Noch immer werden fast monatlich neue Arten importiert und neue Zuchtformen präsentiert. Da reizt es viele, es selber zu versuchen. Eine auf ein bestimmtes Zuchtziel abgestimmte Vermehrung ist aufwendig, verlangt viel Ausdauer, Zeit und vor allem sehr viele Becken zum Selektieren. Hat man es aber geschafft, winken Auszeichnungen bei Garnelenchampionaten.

Das Schöne an diesem Hobby ist, in welcher Form man es auch betreiben mag, dass es sich im besten Fall selber trägt. Da Wirbellose in vielen Bereichen des Tierschutzgesetzes nicht einbezogen werden, ist unter anderem auch der Handel für jedermann erlaubt. So hat sich auf Kleinanzeigenplattformen ein eigener Markt entwickelt, der auch etablierten Garnelenhändlern ernsthafte Konkurrenz machen kann. Wenn man es also schlau anstellt, kann man durch seinen eigenen Nachwuchs mit der Zeit die Ausgaben des Hobbys decken. Da zeige man mir erst einmal einen Hundehalter, der das von sich behaupten kann.

Aber das Geld sollte nicht der Grund für die Anschaffung von Tieren sein. Vielmehr sollte im Vordergrund stehen, wie einzigartig die kleinen Zeitgenossen sind und wie viel Spaß man beim Beobachten haben kann.

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