Das Equipment für die Aquarienfotografie

Ein wichtiger Bestandteil eines Hobbys ist es, sich darüber auszutauschen. Gerade im digitalen Zeitalter, in dem Internetforen an Bedeutung gewinnen, haben Fotos an Bedeutung gewonnen. Doch ist es im Garnelenhobby gar nicht so einfach gute Fotos zu machen. Daher möchte ich Dir hier zeigen, .....

Beginnen wir mit dem Handy, besser dem Smartphone, denn mit ihm ist es kinderleicht, die aufgenommenen Fotos direkt in sozialen Netzwerken hochzuladen. Doch mindert der Komfort die Bildqualität? Ich habe es ausprobiert und muss sagen, dass mich das Ergebnis überrascht hat. Im Besonderen die Naheinstellgrenze, also die minimale Entfernung, in der noch fokussiert werden kann, ist äußerst gering. Ich konnte bis auf wenige Zentimeter an das Aquarium herangehen.

Bei der finalen Bildqualität stoßen Handys jedoch schnell an Grenzen. Meist dauert das Scharfstellen recht lange und das Auslösen durch das Tippen auf den Bildschirm, führt zu Verwacklern. Auch die Bildschärfe kann nur selten überzeugen. Die Topmodelle prahlen zwar oft mit gigantischen Auflösungen, doch in meinen Augen wird dieses Plus durch die winzigen Linsen zunichtegemacht, die immer einen Kompromiss darstellen. Durch sie kann nur sehr wenig Licht auf den Sensor fallen, sodass man bei den meisten Modellen recht schnell Bildrauschen erkennen wird. All dies ist in normalen Situationen wenig störend, in der schwierigen Lichtsituation vor einem Aquarium wird es aber zum Problem. Deine Aquarienbeleuchtung kann noch so hell sein, für das Fotografieren reicht das Licht nicht wirklich. Die Automatik des Smartphones wird sehr hohe Belichtungszeiten verwenden, was Bewegungsunschärfe zu einem großen Problem macht. Da ich für meine Testbilder meine K14er-Bienen fotografiert habe, ist mir zudem aufgefallen, dass zudem die weißen Flächen ausbrennen, also überbelichtet sind. 

Ich möchte Handykamaras nicht generell schlechtreden, da es sicher große Unterschiede zwischen diversen Modellen gibt. Das Probieren lohnt sich auf jeden Fall. Wenn Dir die Qualität Deines Smartphones ausreicht, dann kann ich Dir zu Makrolinsenaufsätzen fürs Handy raten. Die gibt es im Internet für kleines Geld und ermöglichen es Dir, noch näher ans Objekt zu gehen.

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Alle hier gezeigten Testbilder sind unbearbeitet.

Die nächste Teststufe waren für mich Kompaktkameras, Digiknipsen, wie sie wohl jeder hat. Ihr Vorteil gegenüber Handys ist, dass der Optik mehr Platz eingeräumt wird. Dennoch haben sie im Grunde die gleichen Probleme wie die Handykameras: geringe Lichtstärke, Schwierigkeiten bei der korrekten Belichtung, rauschige Bilder. Der integrierte Blitz ist zwar ein klarer Vorteil gegenüber einer LED-Funzel, wie sie in vielen Smartphones zu finden ist, da er jedoch in die gleiche Richtung zeigt, wie die Optik selber, werden Reflexionen in der Scheibe zu einem Problem. Du kannst dieses zwar durch schräges Fotografieren umgehen, musst dann aber Verzerrungen durch die Scheibe hinnehmen.

Auch unter Kompakt-, System- und Bridgekameras gibt es sicher Unterschiede, aber Du siehst schon, dass die Fotografie von Aquarien gar nicht so leicht ist.

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Die mir zur Verfügung stehende Kompaktkamera hat eine sehr große Naheinstellgrenze.

Die Bilder leiden darunter.

Bild: Spiegelreflexkamera DSLR für Aquarienfotografie, by exocrusta
Für die Aquarienfotografie ist eine DSLR vorteilhaft.

Da hilft nur ein: Richtig teures Gerät auffahren! Spiegelreflexkameras (DSLR) müssen doch die Lösung sein, oder?

Der große Vorteil dieser Kameras ist, dass man als Fotograf die volle Kontrolle über das Bild hat. Man kann jede Einstellung einzeln tätigen und im Zweifelsfall korrigieren. Das ist auch nötig, denn würdest du weiter im Automatikmodus fotografieren, blieben die Probleme bei gleicher Lichtsituation die gleichen. Einzig die Schärfe der Bilder überzeugt auf Anhieb. 

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Der Qualitätssprung zu einer DSLR ist deutlich zu erkennen.

Bild: Blitzlicht auf Stativ über Aquarium für die Aquarienfotografie, by exocrusta
Das Blitzlicht sollte von oben ins Aquarium gerichtet sein.

Professionelle Bilder wirst Du daher erst dann erreichen, wenn Du mit externen Blitzgeräten arbeitest. Diese werden über einen Funk- oder Kabelauslöser von der Kamera gezündet. Du solltest das Licht mithilfe eines Stativs von oben ins Becken richten, da dies die normale Lichtrichtung ist und die Bilder so natürlicher wirken.

Da Du nun endgültig ausreichend Licht hast, kannst Du dir über die Einstellungen an Deiner Kamera Gedanken machen. Hier ist wichtig, dass Du eine kurze Verschlusszeit wählst, da sich die Tiere bewegen. Länger als 1/100 Sek. solltest Du nicht belichten. Wie Du die Einstellungen im Detail triffst, hängt davon ab, wie du Dir das Bild wünschst. Dafür ist etwas Übung notwendig.

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Hat man durch einen Blitz ausreichend Licht, macht das Fotografieren auch deutlich mehr Spaß!

Bild: Makrozwischenringe an einer DSLR, by exocrusta
Makrozwischenringe werden zwischen die Kamera und das Objektiv geschraubt.

Nun steht Dir die Tür zu sehr guten Bildern offen. Sollen diese jedoch perfekt sein, gibt es die Möglichkeit, Makroobjektive zu verwenden. Da diese recht teuer sind, habe ich mir Makroringe gekauft, die zwischen Kamera und Objektiv geschraubt werden und die Naheinstellgrenze auf wenige Zentimeter senken. So kann man sehr nach an das Becken herangehen und die Garnelen sehr groß abbilden.

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Mit Makroobjektiven oder Makroringen sind beeindruckende Detailaufnahmen möglich.

Ich habe Dir jetzt eine ganze Menge Information gegeben. Lass mich das Thema daher noch einmal zusammenfassen: Aquarienfotografie ist nicht einfach! Du darfst Dich nicht entmutigen lassen, wenn die Resultate zu Beginn nicht den Erwartungen entsprechen. Ansonsten musst Du dich selber Fragen, wofür du die Fotos haben willst. Sollen es nur Schnappschüsse für soziale Netzwerke sein, dann kannst Du mit einer guten Handykamera mit einem Makroaufsatz gute Ergebnisse erzielen. Wenn Du mehr willst und schon eine Kompaktkamera hast, so hole aus dieser zuerst alles heraus, bevor Du Dir eine DSLR kaufst. Hast Du jedoch keine Kompaktkamera oder reicht Dir Deine nicht mehr aus, dann führt kein Weg an einer Spiegelreflexkamera mit externen Blitzlichten vorbei. Aber keine Angst, es gibt auch hier Einsteigerkits für wenige hundert Euro.

Wenn Du nun immer noch individuelle Fragen hast, dann schreibe mir eine Mail oder stell mir deine Frage bei Facebook.

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