Ein Aquascape fotografieren

Bild: Bienengarnele Caridina logemanni, by exocrusta

Ein wichtiger Bestandteil eines Hobbys ist es, sich darüber auszutauschen. Gerade im digitalen Zeitalter, in dem Internetforen an Bedeutung gewinnen, haben Fotos an Bedeutung gewonnen. Doch ist es im Garnelenhobby gar nicht so einfach gute Fotos zu machen. Daher möchte ich Dir hier zeigen, .....

Das Fotografieren von Layouts ist ein elementarer Bestandteil des Aquascapings. Schließlich soll das mühevoll erschaffene Werk vorzeigbar sein um zum Beispiel an Wettbewerben wie dem IAPLC teilzunehmen. Für all das ist ein fotografisches Festhalten unabdingbar.

Doch das Fotografieren von ganzen Aquarien ist technisch anspruchsvoller, als das Porträtieren von Garnelen, auch wenn man sich über den kompositorischen Bildaufbau keine Gedanken machen muss. Im Gegenteil, Du solltest Dir sogar die Mühe machen, die Position der Kamera exakt ausmessen. Dazu stellst Du den Fotoapparat auf ein Stativ und richtest ihn so aus, dass der Mittelpunkt der Linse genau senkrecht zum Mittelpunkt der Frontscheibe steht. Diese sterilste Form der Normalansicht verfälscht dann die Gestaltung nicht. Zwar haben auch Bilder, die das Becken in einer seitlichen Draufsicht zeigen ihren Reiz, doch eignen sie sich nicht, um verschiedene Layouts untereinander zu vergleichen.

Da zum Beispiel beim IAPLC jegliche digitale Bildbearbeitung zur Disqualifikation führt, muss jedes Detail im Voraus genau beachtet werden. So sollte das Aufnahmeformat dem Format der Frontscheibe angepasst und das Aquarium formatfüllend abgebildet werden, um störende Ränder zu vermeiden. Auch mögliche objektivspezifische Verzerrungen im Weitwinkelberiech solltest Du ausschließen. Zudem musst Du auch die Auflösung beachten, da es ein maximales Datenvolumen beim Hochladen gibt und eine Bildgrößenreduzierung auch unter den Aspekt der Bildbearbeitung fällt.

Bild: Lichtaufbau zum Fotografieren eines Aquascapes, by exocrusta
Es ist durchaus angebracht vorab einige Testbilder zu machen, um das Licht richtig einzustellen.

Beim Erstellen der Aufnahme ist dann das zum Fotografieren elementare Licht selber ein Problem. Reflexionen in der Scheibe sind hier das Hauptproblem. Um sie auszuschließen, musst Du den ganzen Raum vollständig abdunkeln. Um dann alle Bereiche des Beckens scharf abzubilden, solltest Du nun eine möglichst geschlossene Blende und eine Belichtungszeit unter 1 /100 sek wählen, um Bewegungsunschärfe durch schwimmende Fische auszuschließen. Daraus ergibt sich ein sehr hoher Lichtbedarf, der nur durch den Einsatz von Blitzgeräten gedeckt werden kann. Diese sollten von oben in das Becken leuchten, da das der natürlichen Lichtrichtung der Sonne entspricht. Oft ist man gewillt, auch von den Seitenscheiben Licht ins Becken zu richten, das ist aber falsch. Wenn alle Schatten verschwinden, verliert das Becken sehr viel Stärke. An dieser Stelle führt fast kein Weg an Funkauslösern vorbei.

Zu einem sehr guten Foto gehört aber auch ein sehr gutes Motiv. Daher ist es entscheidend, dass das Aquascape in diesem einen Moment in einem perfekten Zustand ist. Es müssen alle Pflanzen gesund, das Wasser kristallklar und sämtlicher Pflanzenschnitt von der Oberfläche gefischt sein. Eine Resttrübung kannst Du aus dem Wasser holen, indem Du wenige Tage vorher Aktivkohle im Filter unterbringst. Es darf aber auch kein technisches Equipment im Aquarium verbleiben. Sowohl Filterteile als auch CO2-Diffusoren und andere Bauteile müssen vorübergehend entfernt werden. Um das Aquascape dennoch lebendig zu präsentieren, bietet es sich je nach Layoutcharakter an, die Wasseroberfläche zu beföhnen, um kleine Wellen spielen zu lassen.

All diese Vorbereitungen sind sehr aufwendig und sehr viel Zeit in Anspruch. Doch das fertige Bild kannst Du sehr stolz betrachten und es vor allem auch anderen zeigen.

Kommentar schreiben

Kommentare: 0